Backup in der Cloud mit Cloudly.de


Ich war schon länger auf der Suche nach einer guten Möglichkeit meinen Server zu Hause zu sichern. Für viele mag da eine USB Festplatte reichen, aber bei fast 4 TB sieht das schon anders aus. Die meisten Dienste die ich bisher mir angeschaut habe waren für meinen Geschmack zu teuer. Bei Amazon zum Beispiel hätte ich für Glacier mindestens 40 USD pro Monat nur für den Speicherplatz bezahlen müssen. Für die Private Fotosammlung (Raw Format), MP3s, Dokumente seit 1997 und die Virtuellen Maschinen aus meinen Testumgebungen etwas viel.

Gefunden habe ich den Dienst Cloudly.de

Über Cloudly.de

Der Betreiber ist Herr René Kussian aus Österreich. Den AGB nach gilt aber deutsches Recht und die Europäischen Datenschutzvorschriften. Die Daten werden in zwei Rechenzentren gesichert, die mehrere Kilometer getrennt sind. Soweit die Auskunft des Herstellers.

Zur Cloudly Sicherheit

Nach Marketingaussage des Herstellers sieht es so aus, zur Realität dann später:
Die Übertragung der Daten erfolgt über eine Verschlüsselte Verbindung, auf den Servern werden diese dann zusätzlich mit AES256 Verschlüsselt. Einen Schlüssel den nur der Kunde hat gibt es leider noch nicht. Nach Aussage eines Technikers steht das aber ganz oben auf der Wunschliste. Im Moment gibt es für Firmen noch keine SLA.

Cloudly.de ist Reseller für Livedrive Internet Ltd mit Sitz in England. Der Betrieb wird auch von Livedrive erbracht.

Die Einrichtung

Der erste Schritt ist die Anmeldung eines 30 Tage Test Account für das Online Backup. Die Anmeldung erfolgt über die Cloudly.de Webseite. Leider zum Zeitpunkt des Testes nicht über https Verschlüsselt, mehr dazu unter Negatives.

Direkt nach der Anmeldung kann schon das Microsoft Windows oder MAC OS X Programm heruntergeladen und ein Schnellstartvideo angeschaut werden.


Die Installation

Das Schöne an Cloudly ist das nicht nur Microsoft Windows 8 unterstützt wird, sondern auch die Server Versionen bis einschließlich Microsoft Windows Server 2012.

Als erstes installiert das Client Programm benötigte Visual C++ Laufzeitumgebungen, so das danach ein Besuch bei Microsoft Update eine gute Idee ist. Warum allerdings auf einem Windows Server 2012 (64bit) sowohl die 32bit als auch 64bit Version von VC++ installiert werden könnte man mal hinterfragen. Die Setupdatei verfügt auch über eine Ordentliche Digitale Signatur.


Der Installationsdialog ist sehr Verständlich, zunächst die Zugangsdaten. Hier kann auch ein eventuell benötigter Proxyserver konfiguriert werden, leider werden nur SOCKS Proxy und kein HTTPS Proxy unterstützt.


Der nächste Schritt ist schon die Auswahl der zusichernden Ordner. Neben ein paar Standard Ordnern können hier auch weitere Ordner nach Bedarf hinzugefügt werden


Für den ersten Test muss mein Installationsverzeichnis auf dem Server herhalten. Diverse EXE Dateien, aber auch einige ISO Dateien aus dem Microsoft TechNet, insgesamt ein Terabyte.

Als nächstes führt das Setupprogramm dann die endgültige Konfiguration durch, das dauert etwas.


Direkt nach dem Installieren behauptet Cloudly zwar das das Backup aktuell ist, aber der Scan für 2 Minuten nach der Installation geplant.


Nach dem der Scan angefangen hat, startet Cloudly auch direkt mit dem Upload.

Vorher sollte allerdings noch etwas in den Einstellungen geändert werden, Standardmäßig ist die Verschlüsselte Übertragung nicht aktiviert! Um zu den Einstellungen zu kommen machen Sie einen Klick mit der rechten Maustaste auf das Cloudly-Symbol in der Task Bar unten rechts.


Und wählen den Punkt “Einstellungen”, unter dem Reiter “Geschwindigkeit” findet man dann die Möglichkeit die Geschwindigkeit zu regulieren und die Übermittlung zu Verschlüsseln. Diese Option ist nicht Aktiviert.


Zurück im Client findet man unter “Detailed Status” wird ausführlich informiert.


Der Upload selber hängt natürlich von der Datenmenge und der Leitung ab. Bei mir schaffte Cloudy in den ersten anderthalb Stunden 3333 Dateien mit 4,17 GB gesamt Größe, bei 2,5 Mbit/s (1,125 GB pro Stunde) Upstream. Danach brach die Rate allerdings extrem ein, so dass nach 30 Tagen Dauer Upload noch 576 GB von dem Terabyte Testdaten übrig waren.



Negatives

Die AGB

Leider ist bei der AGB kein Stand angeben. Da der Anbieter in den AGBs sich absegnen lässt das eine Änderung der AGBs nach 14 Tagen akzeptiert wird, müsste man die eigentlich alle paar Tage vergleichen oder neu lesen.


Auch behält sich Cloudly vor den Service ohne Ankündigung einzustellen… Naja, wo war mein Backup, ach weg?.

SSL auf den Webseiten

Leider war vor meinem Hinweis weder die Registrierung noch der Zugriff auf den Persönlichen “Mein Cloudly” Bereich nicht per SSL erreichbar. Dies wurde mittlerweile Behoben, auch wenn da noch Optimierungsbedarf besteht. Warum das nicht von anfang an so war weiß ich nicht, immerhin geht es ja um Persönliche Daten nach BDSG.

Vorher: Nachher:


Auch bei dem Online Frontend wird Standardmäßig auf HTTP zugegriffen, manuelles ändern auf HTTPS hilft auch nicht viel da die Webseite nicht komplett HTTPS unterstützt. Das verwendete Zertifikat ist für *.livedrive.com ausgestellt, den eigentlichen Service Betreiber, löst aber durch die andere URL eine Zertifikate Warnung aus. Das Problem ist nur, das als Standard überall im Dienst eine Unverschlüsselte Kommunikation verwendet wird. Trotz der Suggerierten Sicherheit, kann ich meine Daten auch in den USA lagern, wenn sie innerhalb von Europa per Klartext verschickt werden.


Fazit

Wenn der Anbieter die AGBs etwas Nutzerfreundlich gestaltet und die ganzen SSL Probleme löst, dann wäre es eine Option (Wenn die Wiederherstellung funktioniert).

So muss man halt die Verschlüsselung zwischen Client und Server selber einschalten. Eine Sinnvolle Nutzung der Webseiten mit SSL wäre gerade für den Bestellvorgang und die Verwaltung zwingend erforderlich.

Auf Grund der SSL Probleme kann ich nur sagen “Cloudly.de – Deine Daten Sicher” und kann nicht mit ruhigen Gewissen die Nutzung des Dienstes empfehlen. Der Anbieter versprach allerdings als ich an Tag 2 des Testes auf die Probleme hinwies, diese zu beheben. Bis zu dem Ablauf des 30 Tages Testes ist dies aber, bis auf das SSL Zertifikat der Webseite, nicht passiert. Anscheinend hat sich da nie jemand Gedanken zu einem Sicherheitskonzept gemacht. Wie die Zeitungschrift “E-Media” die den Dienst getestet haben, und auf die Idee kommt 4 Sterne zu verleihen ohne auf die Probleme hinzuweisen, kann ich nicht verstehen.

Wegen der Sicherheitsprobleme habe ich mir einen Wiederherstungstest gespart.

Einen Dienst der solche Extremen Mängel nicht in 28 Tagen beheben kann, sollte man nicht nutzen. Ich suche also weiter nach einer Lösung… Wenn Jemand eine Idee hat…

Please wait...

Autor: Fabian Niesen

Fabian Niesen ist seit Jahren beruflich als IT-Consultant unterwegs und arbeitet bei der steep GmbH in Bonn. Unter anderem ist er Zertifiziert als MCSA Windows Server 2008 / 2012, MCSA Office 365, MCSE Messaging, MCT und Novell Certified Linux Administrator. Seine Hobby’s sind Social Media, Bloggen, Mittelaltermärkte und Historische Lieder.

6 Gedanken zu „Backup in der Cloud mit Cloudly.de“

  1. Sehr geehrter Herr Niesen,

    ich habe leider Ihren Artikel erst jetzt gelesen, nachdem ich mir einen Testzugang angelegt hatte bei Cloudly. Ich hatte einen SYNC Zugang gebucht und habe leider alle Daten, welche ich gesichert hatte auf meinem Rechner auf das Laufwerk von Cloudly verschoben, mit der Annahme das die Daten weiterhin auf meinem Rechner seien.
    Dem war nicht so. Die Daten waren auf dem Rechner gespeichert und somit nicht mehr in meinem Besitz. Nachdem ich Emails von Cloudly erhalten hatte, welche ich aber leider in meinem SPAM Ordner gefunden hatte, leider nach Ablauf und Löschung meines Accounts, waren somit meine Daten weg!!

    Ich hatte den Support kontaktiert und nur eine Antwort erhalten welche lautete:

    “Sehr geehrter Herr Cebic,

    Vielen Dank für Ihre Anfrage.

    Sie haben einen kostenlosen Test bei uns abgeschlossen, dieser Test ist abgelaufen.
    Sie haben das Konto nicht rechtzeitig auf einen kostenpflichtigen Service hochgestuft, daher wurde Ihr Konto gelöscht.

    Folgende Mails haben wir an die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse geschrieben:
    12/02/2014 08:01 Ihr Cloudly Konto läuft in 4 Tagen aus! – Jetzt 33% Nachlass sichern!
    15/02/2014 08:00 Ihr Cloudly Konto läuft Morgen aus! – Jetzt Konto hochstufen!
    05/03/2014 08:00 Ihr Konto wurde erfolgreich gelöscht

    Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    ***
    Cloudly.de Support”

    Mir ist bewusst, das ich es übersehen hatte und auch versäumt hatte den UPGRADE zu buchen, aber meine Daten einfach zu löschen?? Das geht doch nicht!!

    Auf meine erneute Anfrage habe ich bis heute keine Antwort erhalten, dieser Vorgang liegt jetzt schon 5 Tage zurück ohne eine Antwort vom “Support”.

    Ich finde das eine Unzumutbarkeit, zu mal ein Kontakt nur auf dem Emailweg möglich ist und es keine Telefonnummer gibt.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marko Cebic

    1. Hallo Herr Cebic,
      Leider kann ich Ihnen da wenig helfen. Nach meinen 30 Tagen test, habe ich das Produkt auf Grund der Beschriebenen Probleme nicht weiter genutzt. Grundsätzlich würde ich mich nie auf ein reines Cloud Backup verlassen. Für mich wäre das nur eine Alternative zum regelmäßigen auslagern von Festplatten gewesen.
      Fragen Sie doch mal bei den Computerzeitungen nach, die Cloudly zum Testsieger gekürt haben. Vielleicht fällt denen noch was ein, aber ich sehe leider schwarz.
      Viele Grüße
      Fabian Niesen

  2. Hallo Marko, aber die 30-Tage-Testversion ist doch nur das online-backup, bei einem backup werden die Daten ja nur kopiert und nicht rübergeschoben, oder verstehe ich das falsch? Oder hast Du die Datwen mit der Sync-Funktion verloren? Danke, Steve

  3. Auf der WEbsite wird der Sync gar nicht mehr angeboten, der Backup-Dienst stürzt dauernd ab und auf meine Anfrage über die Hilfeseite der Website gibt es keine Antwort. Offenbar wurde der Dienst eingestellt. Finger weg!

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