Neues in Microsoft Exchange 2016

Auf der Microsoft Ignite in Chicago (4.5 -8.5.2015) wurden einige Details zum Microsoft Exchange Server 2016 bekannt gegeben. Einige Neuerungen waren erwartet, andere Logisch und auch einige kleiner Überraschungen waren dabei. Hier jetzt die für mich Interessantesten Details. Aber vorher noch ein Hinweis: Alles kann sich noch im Fertigen Protukt ändern, die Informationen beruhen auf “Unverbindlichen” Vorabinformationen der Firma Microsoft auf der Ignite.

Zu nächst einmal die Anforderungen von Microsoft Exchange 2016:

  • Koexistenz wird nur mit Exchange 2010 SP3 RU11 oder Exchange 2013 CU10 bzw. den jeweiligen Nachfolge Versionen möglich sein.
  • Als Betriebssystem für Exchange 2016 wird nur Windows Server 2012 R2 und Windows Server 10 unterstützt.
  • Das Active Directory muss die Funktionsebene 2008R2 haben, sowohl in der Gesamtstruktur als auch in der Domäne.
  • Als Client wird nur Outlook 2010 SP2 mit den MAPIoverHTTP Patches, Outlook 2013 SP1 mit den MAPIoverHTTP Patches oder Outlook 2016 unterstütz. Letzteres kann als Beta schon getestet werden, läuft auch sein ein paar Monaten sehr Stabil und angenehm 🙂
Topologie requirements Exchange 2016 Quelle: Microsoft

Weitere Änderungen wird es in der Architektur geben. Zum einen entfällt die CAS Rolle, wir sind also nach einem “kleinen” Umweg wieder bei einer Architektur ähnlich dem Exchange 2003 angekommen. Auch wird in Zukunft jeder Zugriff nur noch über den Protokoll Stack möglich sein. Das heißt, die CAS Funktion / Server Agents von Server 1 kann nicht mehr direkt auf die Mailbox auf Server 2 zugreifen sondern muss erst über die dortigen Server Agents. Somit können größere Änderungen innerhalb der Business Logik oder Speicher Ebene vorgenommen werden, ohne das auf Kompatibilitäten zu alten Versionen geachtet werden muss. Das übernimmt dann alles die Protokoll Ebene bzw. die Server Agents.

 

Auch bei dem Umgang mit den Datenbanken und den Entsprechenden Kopien in einer DAG wird sich einiges verändern. Ein Highlight zur Entlastung von WAN Strecken (Änderungskategorie: Endlich) ist das der Index beim Neuerzeugen oder Aktualisieren nicht mehr auf die Aktive Datenbank zugreift, sondern die Lokale Kopie, egal ob diese Aktiv oder Passiv ist.

Auch werden die Datenbanken regelmäßig geprüft um Korrupte Datenbanken zu erkennen. Diese werden dann einfach erneut übertragen.

Und auch wenn mal eine Kopie länger Offline ist, so wird das erkannt und die Kopie entfernt. Dadurch wird verhindert das die Logfiles irgendwann die Kapazität des Speichers aufbrauchen. Kommt die alte Kopie wieder hinzu, wird sie einfach neu übertagen. Um Korruptionen des Dateisystems zu verhindern und eine bessere Performance auf Dateisystemebene zu erreichen kann jetzt auch ReFS statt NTFS genutzt werden.

Wer sich sorgen um den Diebstahl der Server macht, oder auf Nummer sichergehen möchte, kann jetzt auch mit Support die Exchange Server per BitLocker verschlüsseln.

Auch am Clustermanagement der DAG hat Microsoft Optimierungen vorgenommen, so geschehen jetzt das Umschalten im Fehlerfalle deutlich schneller, auch über Standortgrenzen hinweg.

Bringing cloud reliability & performance to on-prem Quelle: Microsoft

Für den Cluster auch immer wichtig: die Zeugenfreigabe, FSW (File Share Withness), diese kann in Zukunft für alle Kunden die keinen 3 Standort haben, auch in Microsoft Azure gehostet sein. Dies kann über IaaS auf einem Datei Server geschehen, aber in Zukunft auch über einen Azure Service.

 

Zum Thema Cloud Integration von Microsoft Exchange, wo wir gerade bei Microsoft Azure waren. Es ist nun Unterstützt auf Azure IaaS auch Microsoft Exchange 2013 zu betreiben. Aber nicht nur im Zusammenspiel mit Azure tut sich was, auch im Bereich Office365, bzw. Inter-Org Unterstützung kommt einiges neues. So werden jetzt auch Inter-Org MailTipps oder Multi-Mailbox suchen unterstützt. Auch wird es Möglichsein, verschiedene Microsoft Exchange Forrests mit einer Office365 Umgebung zu Verbinden.

Nicht zuletzt noch etwas zum Thema Auditing, mit Microsoft Exchange 2013 hat Microsoft, getrieben durch Anforderungen aus dem Bereich Office 365, schon einiges an Audit Möglichkeiten geschaffen. Mit Exchange 2016 werden dies nochmal stark erweitert, egal ob es die Administrativen Tätigkeiten, der Zugriff auf Postfächer anderer Benutzer oder sogar der Zugriff auf das eigene Postfach geht.

Auditing in Microsoft Exchange 2016 Quelle: Microsoft

Mehr zum Thema findet Ihr in den Videos zur Microsoft Ignite 2015, besonders Empfehlen möchte ich:

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Autor: Fabian Niesen

Fabian Niesen ist seit Jahren beruflich als IT-Consultant unterwegs und arbeitet bei der steep GmbH in Bonn. Unter anderem ist er Zertifiziert als MCSA Windows Server 2008 / 2012, MCSA Office 365, MCSE Messaging, MCT und Novell Certified Linux Administrator. Seine Hobby’s sind Social Media, Bloggen, Mittelaltermärkte und Historische Lieder.

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